Sakramente

Taufe

„Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet“

(Mk 16,16)​

Sie möchten Ihr Kind taufen?

Zuerst ein paar allgemeine Informationen:
Kinder können sich natürlich noch nicht selber für den Glauben und damit für die Taufe entscheiden, aber sie können zusammen mit den Eltern im Glauben an Gott leben und im Zusammenleben mit den Eltern den Glauben erleben, entdecken und vertiefen.

Die Eltern wollen doch den Kindern einen guten Lebensweg eröffnen und ermöglichen, den die Kinder später durch ihr eigenes „JA“ im Sakrament der Firmung bestätigen.

Mit der Taufe erklären Eltern auch ihre Bereitschaft, dem Kind in der Familie den Glauben vorzuleben und es im Glauben zu erziehen.

Anmeldung der Taufe:

Melden sie die Taufe im Pfarrbüro an. Dann bringen Sie:

  • Die Geburtsurkunde (vom Standesamt „für religiöse Zwecke“ ausgestellt) 
  • Ihr Stammbuch, damit die Taufe eingetragen werden kann.
  • Von den Taufpaten eine Patenbescheinigung (eine der Personen, die Patenamt übernehmen soll katholisch sein). Diese Bescheinigung erhält Ihr Pate bei seinem Wohnsitzpfarramt. Sie bescheinigt, dass der von Ihnen gewünschte Taufpate gefirmt und Mitglied der katholischen Kirche ist.

Einladung zum Taufgespräch:

Der zuständige Taufspender (Priester oder Diakon) macht mit Ihnen und den Paten dann einen Termin zum Taufgespräch aus. Im gemeinsamen Gespräch wird über den Sinn und die Bedeutung der Taufe nachgedacht. Zugleich wird auch miteinander überlegt, wie die Tauffeier gestaltet werden soll. Die Eltern und Paten können selber Lieder und Gebete vorschlagen. Als Hilfe dient ein Heft, in dem Lieder, Gebete und biblische Texte zur Auswahl zusammengestellt sind.

Die Taufpaten

Das Versprechen der Paten bei der Tauffeier:

„Liebe Paten, die Eltern dieses Kindes haben Sie gebeten, das Patenamt zu übernehmen. Sie sollen Ihr Patenkind auf dem Lebensweg begleiten, es im Glauben mittragen und es hinführen zu einem Leben in der Gemeinschaft der Kirche. Sind Sie dazu bereit, diese Aufgabe zu übernehmen und damit die Eltern zu unterstützen?“

Mit der Antwort: „Ich bin bereit“, legen die Taufpaten bei der Taufe ihres Patenkindes ein Versprechen ab. Von daher hat der Taufpate folgende Aufgaben:

  • begleitet das Patenkind auf dem Weg ins Leben und ins Christsein
  • steht den Eltern mit Rat und Tat zur Seite
  • steht dem/der Heranwachsenden als Freund und Wegbegleiter zur Seite (eine gute
  • Beziehung zum Patenkind aufzubauen ist Voraussetzung)
  • steht für Glaubensfragen des Patenkindes zur Verfügung
  • als „geistlicher Elternteil“ (dazu wird man als Pate) dem/der Heranwachsenden erzählen, woraus der Pate/die Patin lebt, wie er/sie betet und was ihm/ihr Hoffnung macht (Zeugnis des Glaubens geben)
  • bemüht sich, überzeugend vorzuleben, was es heißt, Christ zu sein (Vorbild im Glauben)
  • trägt dafür Sorge, dass das Patenkind seinen Platz in der Gemeinschaft der Christen, der Pfarrgemeinde, der katholischen Kirche findet
  • betet für sein Patenkind
  • besucht den Gottesdienst mit dem Patenkind und den Eltern
  • vergisst Geburtstag, Tauftag, Namenstag des Patenkindes nicht
  • kann später auch Firmpate sein
  • ist ein Leben lang Ansprechpartner des Patenkindes in Freud und Leid
  • mit Geschenken den Glauben weitergeben: Kinderbibel, Kindergebetbuch, „Gotteslob“ (Gebet- und Gesangbuch); Zeichen des Glaubens (Kreuz, Rosenkranz usw.)
 

Folgende Voraussetzungen müssen zur Übernahme des Patenamtes gegeben sein:

  • Mindestalter 16 Jahre (Ausnahmen sind nach Rücksprache mit dem Taufspender möglich)
  • muss getauft und gefirmt sein (die Firmung ist das persönliche Ja zur eigenen Taufe)
  • muss Mitglied der katholischen Kirche sein (wer ausgetreten ist, hat sich aus der Gemeinschaft der katholischen Kirche entfernt und kann in ihr kein Amt übernehmen. Die Aufgabe, dem Patenkind seinen Platz in der Kirche zu zeigen, kann nur erfüllen, wer Mitglied dieser Kirche ist. Ein evangelischer Christ kann nur in Verbindung mit einem katholischen Christen Taufzeuge (nicht Taufpate!) sein)
  • sollte nicht zu alt sein, damit er/sie das Kind möglichst lange begleiten kann
  • sollte nicht zu weit weg wohnen, um regelmäßigen Kontakt zum Kind halten und eine gute Beziehung zu ihm aufbauen zu können
  • muss nicht aus dem Verwandtenkreis der Familie stammen
  • Es sollte ihm/ihr ein Herzensanliegen sein, das Kind im Glauben zu begleiten.
  • Ein weiterer Taufpate ist vielerorts üblich, aber nicht zwingend erforderlich.
 

Bei der Tauffeier übernimmt der Taufpate folgende Aufgaben:

  • kann einen biblischen Text vortragen (Lesung)
  • kann Fürbitten formulieren und vortragen
  • gibt durch sein „Ich bin bereit“ das Versprechen ab, die Eltern bei der Glaubenserziehung aktiv zu unterstützen
  • bezeichnet nach den Eltern das Kind mit dem Kreuzzeichen auf die Stirn
  • sagt mit den Eltern zusammen dem Bösen ab („Ich widersage“) und bekennt sich zum Glauben der katholischen Kirche („ich glaube“)
  • zündet die Taufkerze an der Osterkerze an
 

Tauf-Termine

In unserer Pfarrei St. Michael Werdohl-Neuenrade sind feste Tauftermine eingeführt – in der Regel samstags um 15.00 Uhr, oder im Sonntagsgottesdienst, damit die Gemeinde daran teilnehmen kann.

In den geraden Wochen in St. Michael Werdohl und in den ungeraden Wochen in St. Mariä-Heimsuchung in Neuenrade. 

Ein anderer Termin ist nach Rücksprache mit dem Pfarrbüro bzw. Taufspender möglich.

Gott liebt Ihr Kind.
Er ruft es bei seinem Namen.
Er verspricht diesem Kind,
immer bei ihm zu bleiben.
Sein Segen ruht auf ihm

Beichte

Beichte – Licht für die Seele

Viele empfangen nicht mehr das Sakrament der Versöhnung. Aus verschiedensten Gründen. Da ist der Trugschluss, man habe nichts zu bekennen oder die Angst, sich seinen dunklen Seiten zu stellen oder einfach Bequemlichkeit. Der eigentliche Grund aber liegt meist in der Unkenntnis dessen, was Beichte ist, und dass sie wirklich heilen und glücklich machen kann.

Das Sakrament der Versöhnung, wie die Beichte auch genannt wird, ist ja nicht (nur) eine Selbstanklage, sondern ein Sich-Öffnen für Gott, für die Liebe. Wir legen Gott unser verwundetes Herz, unseren Schmerz über unsere Unvollkommenheiten, unsere Süchte und Lieblosigkeiten vor und bitten ihn, uns zu heilen durch den Segen des Priesters. Es geht wirklich nicht darum, irgendeinem Menschen zu bekennen, wie schlecht wir sind, sondern immer darum, unsere Schwachheit vor Gott zu tragen, ihn als Arzt und Retter um Hilfe zu bitten. „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten“, sagt Jesus (Mk 2,17). Jesus möchte uns helfen, er möchte uns heilen. Bei der Beichte erwartet uns daher nicht Strafe und Anklage, sondern Befreiung, Erlösung, Neubeginn.

Viele Menschen sind verstrickt in Abhängigkeiten, in Bitterkeiten, in nie aufgearbeitete Schuld. Sie gehen zu Ärzten, Psychotherapeuten, greifen zu Medikamenten. Aber oftmals umsonst. Unsere Seelen kann nur Gott heilen. Verzeihen, Neuanfang schenken, das kann nur Er, der uns geschaffen hat, der unser Vater ist und der uns mit all seiner Zärtlichkeit, mit all seiner Liebe sagt: „Deine Sünden sind dir vergeben! Ich helfe dir, neu zu beginnen. Geh hin in Frieden.“

Durch den Propheten Ezechiel spricht Gott: 

„Habe ich etwa Gefallen am Tod des Schuldigen – Spruch Gottes, des Herrn – und nicht vielmehr daran, dass er seine bösen Wege verlässt und so am Leben bleibt?“

(Ez 18,23)

Was es auch immer sein mag, was uns von Gott trennt. Und wenn es die schlimmsten Verbrechen wären. Wir dürfen uns immer voll Vertrauen an Gott wenden. Er weist uns niemals zurück. Diese Zusage haben wir von Ihm. Wir müssen uns nur ernsthaft bemühen, „neu anzufangen“. Gottes Barmherzigkeit ist unendlich. Wir werden sie niemals ausschöpfen können, denn umso mehr man schöpft, umso reichlicher fließt sie.

Also haben Sie keine Angst. Gott sagt: „Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee“ (Jes 1,18). Für Gott ist keine Sünde zu groß. – so wie der Vater im Gleichnis vom verlorenen Sohn verzeiht, ohne einen Vorwurf auszusprechen, so umarmt Gott und schenkt jedem einen neuen Anfang, wer zu ihm kommt und bereut.

Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben

Dass Gott uns seine Barmherzigkeit durch den Dienst der Kirche im Sakrament der Beichte schenkt, ist biblisch begründet. 

Gott wollte, dass es so geschieht: Evangelist Johannes berichtet 

„Jesus trat in die Mitte seiner Jünger und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch ... Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben“.

(Joh 20,22-23)

Damit schenkte Christus dem Priester die Vollmacht, kraft seiner Weihe im Namen Gottes und der Kirche von Sünden loszusprechen.

Dem Priester als Vertreter der Kirche die eigene Schuld eingestehen können, von ihm das Wort der Vergebung zugesagt zu bekommen, das ist kein billiger Ausweg bei der Bewältigung von Schuld. Es ist ein befreiender Schritt auf dem Weg, auf den Gott uns führt und geleitet. Gott kann uns und will auch da noch Versöhnung schenken, wo – menschlich gesprochen – Vergebung und Versöhnung nicht mehr möglich scheinen.

Die Beichte ist ein Geschenk, das jeder Gläubige in Anspruch nehmen kann, und das doch so viele von uns links liegen lassen.

Und noch etwas… die Beichte ist etwas wunderbares

Wir werden in der Beichte verwandelt, die Last all dessen, was uns bedrückt, fällt von uns ab und oft hört man, dass man nach der Beichte geradezu „schwebt“. Von einem Priester die Lossprechung zu empfangen, ist ein ganz besonderer Moment. Er spendet sie mit den Worten:

„Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Das Sakrament der Versöhnung heilt!

Weil die Lossprechung von der Sünde Licht auf unsere Seele wirft und uns aus dem Dunkel unserer Verstrickungen löst, ist Beichte nicht Verurteilung, sondern Rettung. Sie stellt nicht unsere Finsternis in den Vordergrund, sondern bringt Licht in unser Dunkel! Sie heilt!

So sehr eine ehrliche Beichte auch heilend wirkt, natürlich braucht es eine gewisse Überwindung, zur Beichte zu gehen. Denn es ist nicht angenehm, sich über sich selbst Rechenschaft abzulegen, vor einem Priester seine Schwachpunkte, Unterlassungen im Guten, seine Sünden offen zu bekennen.

Aber die Früchte einer guten Beichte sind so reichhaltig – sie können Befreiung, Trost, Frieden, Gesundheit, Versöhnung, neue Kraft zur Lebensgestaltung sein – dass niemand den Segen dieses Sakramentes weiter ungenutzt lassen sollte. Nur Mut! Auch wenn Sie jahrelang nicht mehr beichten waren, wagen Sie den Schritt. Öffnen Sie Gott die Tore weit für seine Barmherzigkeit und Liebe, die immer auf uns wartet. Gott wartet auf Sie!

Wie beichte ich?

Die Beichte ist ein ganz einfaches, persönliches Gespräch mit Gott durch den Priester. Kommen Sie einfach vorbei. Die Patres werden Sie durch die Beichte führen. Haben Sie keine Angst, wenn Sie nicht wissen, „wie es geht“. Die Patres wissen es, und helfen Ihnen gern. Sie können auch selbst entscheiden, in welchem Rahmen Sie beichten möchten, ob im Büro, im Sprechzimmer, in der Sakristei oder im Beichtstuhl.

Wählen Sie einen Rahmen, in dem Sie sich Gott ganz öffnen können. Zur Vorbereitung empfiehlt es sich, eine Gewissenserforschung vorzunehmen. Bitten Sie den Heiligen Geist, dass Er Ihnen die Punkte in Ihrem Leben zeigt, die Sie vor Gott bringen sollen. Eine Hilfe bietet Ihnen dabei auch ein Gebetsbuch mit mehreren Vorschlägen der Gewissenserforschung.

Wir bringen täglich unsere Haare in Ordnung - warum nicht auch unsere Seele?

In unserer Pfarrei gibt es Sakrament der Versöhnung in deutscher und polnischer Sprache

Eucharistie

Das Abendmahl oder die Eucharistie (übersetzt: Danksagung) geht zurück auf den Auftrag Jesu „Tut dies zu meinem Gedächtnis“.

Die Eucharistiefeier besteht aus 2 Teilen: dem Wortgottesdienst und dem Eucharistischen Teil.

In den Gestalten von Brot und Wein ist der Auferstandene Christus unter den Feiernden wahrhaft gegenwärtig. Mit anderen Worten: Wir vergegenwärtigen uns des Leidens, des Todes und der Auferstehung Christi, der als der Auferstandene in Brot und Wein sich selbst uns schenkt. So leben wir aus der Heiligen Schrift, der Tradition der Kirche und aus der Vergegenwärtigung Jesu Christi, der mitten unter den Menschen sein will.

Die Einsetzungsworte in der Heiligen Schrift sind uns vierfach überliefert:

Mt 26,26-29; Mk 14,22-26; Lk 22,19-20 und 1. Kor 11,23-26.

Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet und reichte ihn den Jüngern mit den Worten: Trinkt alle daraus; das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von neuem davon trinke im Reich meines Vaters.

Aus dem Evangelium nach Matthäus

Ich bin krank! - Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!

Krankenkommunion

Von Jesus lesen wir in der Heiligen Schrift, dass er die Kranken segnet und heilt. Er sucht die Gemeinschaft mit den Kranken und Schwachen. Er will ihnen nahe sein, sie trösten und stärken. Diesem Beispiel folgen seine Jünger. So erfüllen die christlichen Gemeinden seit den ersten Tagen der Kirche den Liebesdienst an den Kranken und Schwachen.

Die Pfarrgemeinde setzt ein besonderes Zeichen der Zusammengehörigkeit, wenn der Priester oder ein vom Bischof beauftragter Kommunionhelfer die Krankenkommunion bringt. 

Dies ist in der Regel an jedem Herz-Jesu-Freitag (1. Freitag im Monat) der Fall oder an einem bestimmten Tag des Monats. 

Ein Kranker, der zu Hause die heilige Kommunion empfängt, soll spüren, dass er zur Gemeinschaft der Glaubenden gehört und an ihrer festlichen Feier in der heiligen Eucharistie Anteil hat. Deshalb wird der Tisch schön gedeckt und mit Kerze(n), Kreuz und Blumen geschmückt. Wenn möglich, sollte auch ein Gefäß mit Weihwasser bereitstehen. Schön ist es, wenn Angehörige an der Feier teilnehmen und evtl. auch die heilige Kommunion empfangen.

Wenn Sie selbst oder ein Angehöriger die Krankenkommunion wünschen, melden Sie sich bitte im Pfarrbüro zur Terminabstimmung.

Firmung

Alles über das Thema Firmung ist im Bereich Kinder & Jugend zu finden.

Ehe

Im Sakrament der Ehe schließt das Brautpaar vor Gott in der kirchlichen Gemeinschaft feierlich seinen Ehebund und tut kund, dass es diese Ehe im Glauben an Gott und sein Wirken führen will. Gleichzeitig werden im Trauungsgottesdienst Gottes Segen und Schutz für die Brautleute erbeten, den er ihnen im Sakrament der Ehe schenkt. 

Nach dem katholischen Eheverständnis ist die Ehe ein unauflöslicher Bund, mit dem das Ehepaar seine Lebensgemeinschaft begründet. Das Brautpaar verspricht sich am Altar die Treue in guten und schlechten Tagen. So soll in der Liebe der Ehepartner die Liebe Gottes zu den Menschen deutlich werden. Daher ist der menschliche Bund der Ehe ein Abbild der Treue Gottes zu den Menschen.

Gibt es Bedingungen für die katholische Trauung?

In der Regel müssen Sie vorher standesamtlich heiraten. Seit 2009 ist auch eine rein kirchliche Trauung gestattet. Diese ist allerdings zivilrechtlich nicht anerkannt und bedarf der Genehmigung durch den zuständigen Bischof. Bei einer katholischen Trauung muss wenigstens einer der Partner der katholischen Kirche angehören.

Wann müssen wir uns mit dem Pfarrer in Verbindung setzen?

Am besten ein Jahr – spätestens aber ein halbes Jahr – vor der geplanten Hochzeit. Dann bleibt genug Zeit für das Brautgespräch und die gemeinsame Gestaltung der kirchlichen Trauung. Zuständig ist der Pfarrer der Wohnortpfarrei von Braut oder Bräutigam.

Können wir auch woanders heiraten?

Ja, der Heimatpfarrer stellt dann eine Überweisung aus. Allerdings müssen Sie sich selber um einen anderen Pfarrer oder Diakon kümmern und klären, ob zu Ihrem Wunschtermin die Kirche oder Kapelle frei ist.

Was brauchen wir zur Anmeldung der Trauung?

Die Personalausweise und die Taufbescheinigungen. Letztere dürfen aber nicht älter als sechs Monate sein und werden vom jeweiligen Taufpfarramt ausgestellt. Wichtig: Stammt einer der Partner aus dem Ausland, kann die Beschaffung der Taufbescheinigung länger dauern. Am besten kümmern Sie sich in diesem Fall frühzeitig darum. Ist ein Partner nicht katholisch, braucht der Pfarrer einen Ledigennachweis vom Einwohnermeldeamt.

Müssen wir gefirmt sein?

Grundsätzlich nicht, aber der Pfarrer wird mit Ihnen über die Bedeutung der Firmung sprechen und Sie vielleicht ermuntern, sich vor der Hochzeit firmen zu lassen.

Was passiert beim Brautgespräch?

Der Pfarrer spricht mit Ihnen über die Bedeutung der kirchlichen Trauung und des katholischen Eheverständnisses. 

Bei einem zweiten Termin, sprechen Sie mit dem Pfarrer über die Form und die Gestaltung der Feier.

Dürfen wir bei der Gestaltung der Traufeier Wünsche äußern?

Sie dürfen nicht nur, Sie sollten es auch. Jeder Pfarrer ist froh, wenn das Brautpaar sich selber Gedanken über Texte, Lieder, Fürbitten und Riten macht. Anregungen dazu finden Sie in weiteren Beiträgen dieses Dossiers.

Was sind Ehevorbereitungsseminare?

Sie werden unabhängig vom Brautgespräch angeboten und sind eine gute Gelegenheit, sich gemeinsam mit anderen Paaren und erfahrenen Seminarleitern über das Thema Ehe auseinanderzusetzen und wichtige Fragen zu besprechen. Denn dazu bleibt im ganzen Vorbereitungstrubel oft keine Zeit. In der Regel werden die Seminare von katholischen Bildungshäusern angeboten. Informationen erhalten Sie beim Ehe- und Familienreferat Ihres Bistums.

Wie viele Trauzeugen brauchen wir – und müssen diese katholisch sein?

Sie brauchen zwei Trauzeugen. Das Alter oder die Konfession spielt keine Rolle.

Mein Verlobter ist evangelisch, ich bin katholisch. Wie können wir heiraten?

Sie können katholisch heiraten, müssen dann aber versprechen, dass Sie Ihre Kinder katholisch taufen lassen und in Ihrem Glauben erziehen werden. Eine andere Möglichkeit ist die gemeinsame kirchliche Trauung (ökumenisch) – entweder in der katholischen Kirche mit Beteiligung des evangelischen Pfarrers oder in der evangelischen Kirche mit Beteiligung des katholischen Geistlichen.

Ich bin katholisch, mein Mann ist Buddhist. Können wir in der katholischen Kirche heiraten?

Ja, Sie als Katholikin müssen aber versprechen, dass Sie Ihrem Glauben treu bleiben und sich für die katholische Taufe und Erziehung der Kinder einsetzen wollen. Sie brauchen für die Eheschließung die Erlaubnis Ihrer Kirche.

Mein zukünftiger Mann ist geschieden. Können wir trotzdem kirchlich heiraten?

In der Regel nicht, denn die Ehe genießt durch das Recht der Kirche einen besonderen Schutz. Es kann jedoch sein, dass die erste Ehe Ihres Partners nach katholischem Verständnis nicht gültig geschlossen wurde. Dann könnte sie im Nachhinein annulliert werden. Vertrauen Sie sich am besten Ihrem Pfarrer an.

Ist eine katholische Trauung auch möglich, wenn einer der Partner aus der Kirche ausgetreten ist?

Ja, denn die Taufe ist auch nach dem Austritt aus der Kirche gültig. Bei der Trauung gelten dann aber die gleichen Regeln wie bei einer konfessionsverschiedenen Ehe: Der katholische Partner verspricht, die Kinder taufen zu lassen und in seinem Glauben zu erziehen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.ehebriefe.de

www.kirchlich-heiraten.info

Krankensalbung

Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich: Sie sollen für ihn beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben.

Jesus Christus heilte kranke Menschen und legte ihnen die Hände auf. Durch sein Leiden und seinen Tod am Kreuz steht Jesus Christus besonders den leidenden und kranken Menschen unserer Tage nahe. Das Sakrament der Krankensalbung ist ein Zeichen dieser Nähe Gottes, wenn Menschen schwer erkrankt sind. Durch das Gebet, die Handauflegung und die Salbung will Christus (= der Gesalbte) zu den Kranken kommen und sie heilen.

In der Feier der Krankensalbung wird um Genesung und Heilung gebetet. Es ist das Sakrament der Kranken, in der Hoffnung auf Besserung. Deshalb kann jeder bei einer ernsten oder langwierigen Erkrankung die Zuwendung Gottes durch das Zeichen der Krankensalbung erfahren. Sie kann auch wiederholt werden, wenn nach Erholung eine neue Krankheit auftritt oder bei derselben Krankheit eine Verschlechterung eintritt.

Wenn bei einem ernsthaft Erkrankten, Altersschwachen oder Sterbenden die Krankensalbung bzw. die Sterbesakramente gespendet werden sollen, nehmen Sie bitte direkt Kontakt mit dem Priester unserer Gemeinde auf, der gern zu Ihnen nach Hause oder ins Krankenhaus kommt, um den Kranken die Krankensalbung zu spenden. Bitte melden Sie sich, um kurzfristig einen Termin zu vereinbaren.

Priesterweihe 

Wenn die sieben Sakramente aufzählt werden, so wird das Weihe-Sakrament oft „Priesterweihe“ genannt. Das Sakrament der Weihe hat jedoch drei Stufen: Diakonenweihe, Priesterweihe und Bischofsweihe – entsprechend den drei Stufen des kirchlichen Amtes. 

Diakone und Priester üben ihren Dienst als Mitarbeiter des Bischofs aus, der als Nachfolger der Apostel eine Ortskirche (ein Bistum bzw. Diözese) leitet. 

Der Kern dieses Dienstes besteht darin, im Auftrag Jesu Christi den Glauben zu verkünden, die Sakramente zu spenden und das Volk Gottes zu leiten.

 

Das Weihesakrament wird durch den Bischof gespendet, indem er den Weihekandidaten einzeln die Hände auf den Kopf legt. Anschließend spricht er über alle ein feierliches Weihegebet. Diese zentralen Gesten der Weihe werden ergänzt durch eine Fülle weiterer Riten (z.B. das Anlegen der entsprechenden Gewänder, die Übergabe des Evangelienbuches oder des Kelches). Diese Riten unterscheiden sich je nach dem, um welche Stufe des Amtes es sich handelt. Die Weihe ist immer eingebettet in die Feier der Eucharistie.

Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) hat den Diakonat als eigenständigen Dienst in der Kirche neu entdeckt. Darum gibt es ihn neben den Diakonen, die diesen Dienst nur für gut ein Jahr ausüben, weil sie dann zu Priestern geweiht werden, auch „Ständige Diakone“, Männer mit einem Zivilberuf und in der Regel verheiratet. Sie üben den Dienst des Diakons nebenberuflich in ihrer Kirchengemeinde aus.

Was ist Berufung?

Berufung ist etwas Urpersönliches

Gott will alles für den Menschen tun, aber nichts ohne ihn. Jede und jeder ist in seiner einmaligen Art und Weise gerufen, seinen Platz im Reich Gottes zu entdecken und auszufüllen. Ein Mensch findet seine Berufung, wenn er seiner Sehnsucht nachgeht, dass es noch mehr im Leben geben muss, wenn er im Blick auf Gott die Frage in sich wach hält: „Herr, was soll ich tun?“ (Apg 22,10)

Manchmal tritt Gottes Ruf mit Macht ins Leben eines Menschen, meistens vernimmt man aber diesen Ruf nur ganz leise, mitten im Alltag. Gott ruft behutsam und der Mensch braucht ein hörendes Herz, um den sanften Ruf aufzunehmen.

Ein Geist, viele Dienste

Spezielle Formen der Berufung sind die Dienste des Priesters, des Diakons, und der Ordenschristen. Gemeindereferent(-in), Pastoralreferent(-in), Religionslehrer(-in) sind Berufe in der Kirche. Sie tragen im Zusammenspiel mit den geistlichen Berufungen die kirchliche Arbeit. In den kirchlichen Einrichtungen arbeiten zahlreiche Frauen und Männer in den verschiedensten Berufen. Auch sie leisten einen wertvollen Dienst für das Reich Gottes.

Klärung im Dialog mit Gott

Jede Berufungsgeschichte ist ein Gespräch, das sich zwischen Gott, der ruft, und dem Berufenen, der antwortet, entfaltet. An der wachsenden Freude am Dienst im Auftrag von Jesus Christus können Sie erkennen und sicher werden, dass Gott Sie in seinen Dienst rufen will. So nimmt die Berufung Form an, auch in der Entscheidung für die Lebensform, in der ich von Gott her leben will.

Bei Fragen rund um den Dienst des Priesters kontaktieren Sie bitte:

Domvikar Dr. Kai Reinhold, Regens
Zwölfling 16
45127 Essen

Telefon: 0201 / 2204-321
E-Mail: kai.reinhold(at)bistum-essen.de
www.priesterseminar-muenster.de

Bei Fragen rund um das Ordensleben (auch als Ordenspriester) kontaktieren Sie bitte:

Br. Andreas Mur
Beauftragter für Berufungspastoral der Franziskaner-Minoriten in Deutschland.
Klosterdorf 1
91443 Scheinfeld

Telefon: 09162-92889-0
Email: berufung(at)franziskaner-minoriten.de

GEHT HINAUS! – DIÖZESANSTELLE FÜR BERUFUNGSPASTORAL IM BISTUM ESSEN

www.geht-hinaus.de